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Damassine

Damassine . . . der Name zerfliesst einem förmlich auf der Zunge . . . Damassine, mit scharfem S . . . trotzdem ganz eindeutig ein weiblicher Name. Wer oder was ist nun Damassine ? Im " Dictionnaire historique du parler neuchâtelois " (W. Pierrehumbert, 1926), wird Damassine als : " . . . sorte de petit prune bleu-noir et un peu sucrée" beschrieben, zu deutsch also "eine Art kleine, blauschwarze, süsse Pflaume". Und diese hat es in sich. Joseph Jobé, in seinem Artikel "On l'appelle damassine" in der Zeitschrift "Jura pluriel", kennt keine andere Pflaumenart, welche diesen unvergleichlichen Geschmack besitzt wie die Damassine : " . . . une prune un peu rustique, mais si savoureuse et si typique du terroir jurassien". Neben dem direkten Konsum ist die Verwendung der Damassines in der Küche überaus vielfältig. Der Römer Aspicius beschreibt in seinem Buch "Kulinarische Kunst" die Zubereitung von Lammfleisch mit entsteinten Damassines. In der heutigen jurassischen Küche kennt man den Obst-Kuchen mit Dammassines, ebenso wie Kompott und Konfitüre aus den kleinen Pflaumen. Die absolute Spitze unter den Damassine-Produkten aber ist das gebrannte Wasser. Jobé schwärmt : " L'eau-de-vie de dammassine est d'une subtilité qui restitue la saveur et le parfum de fruit avec une rare équilibre." Nun, wie kommt diese Wunderfrucht in den Jura ? Jobé hat dazu einige Erklärungen : Die Römer sollen den Baum aus der Umgebung von Damaskus (daher der Name) nach Italien und dann über die Alpen gebracht haben. Oder, die Kreuzritter haben den Baum aus dem heiligen Land nach Europa gebracht. Im Mittelalter fand sich die Damassine in den Luxusgärten von Fürstenhöfen. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde der Zucht und der Pflege von Obstarten viel Raum gegeben. Es war eine Beschäftigung für Leute aus der begüterten Schicht. Aus dieser Zeit stammen verschiedene wunderschön bebilderte Obstatlanten. Hier sind zwischen 9 und 28 verschiedene Sorten Damassines beschrieben. Nach Jobé sind heuteaber alle Damassines im Jura von derselben Sorte. Von welcher wirdjedoch nicht gesagt. Wirtschaftlich hat die Damassine heute nur noch lokale Bedeutung. Die Damassine ist Opfer der Selektion nach Ertraggeworden und fast verschwunden. Andere Pflaumen- und Zwetschgensorten haben sich in dieser Hinsicht besser bewährt. Der Damassine-Baum ist nämlich nicht gerade sehr fruchtbar und trägt oft nur alle zwei Jahre. Bei vielen Obstarten wird heute wieder nach alten, urtümlichen Sorten gesucht. Die Gründe sind vielfältig : Nostalgie, züchterische Gründe, z.B. die Suche nach Krankheitsresistenz, die Herstellung von Nischenprodukten, das Besondere, etc., etc. Auch die Damassine ist wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Die Jurassier reklamieren sie sogar als typisch jurassisch und wollen den Namen gar als jurassischen Markenzeichen schützen. Sie vergessen dabei, dass die Damassines auch in andern Ländern bekannt sind und entsprechend benannt werden : italienisch : Damasina, spanisch : Amacena, englisch : Damasyn oder deutsch : Damaszenerpflaume. Pikant ist, dass zur Zeit das beste Damassine-Destillat (Schnaps des Jahres 2001 und 2002) aus dem Kanton Neuenburg stammt und nicht aus dem Jura. Aber das kann sich ja noch ändern.

 

     
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