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Schweizer Schnaps Forum

 

Echo Schnapsprämierung 2008

Rheintalische Volkszeitung, 23.10.2008

Oberriet

Ein «Schnaps des Jahres»
Schnapsprämierung 2008

  Heidi Lombardo

Das Moschti-Team ist stolz auf ihren «Milord».

270 Destillate, Geiste, Vieilles und Liköre von 64 Brennereien und Schnapsproduzenten aus allen Landesteilen sind beim Schweizer Schnaps Forum eingegangen. 21 geschulte Prüfer beurteilten am 4. September die Proben in den Räumlichkeiten der Eidgenössischen Alkoholverwaltung (EAV) nach Sauberkeit und Fruchtcharakter im Geruch, Geschmack und Harmonie.
Mit Gold wurden alle Produkte ausgezeichnet, die beim Kriterium «Sauberkeit» volle Punktzahl erreichten und insgesamt 16 Punkte erhielten. Innerhalb einer Produktekategorie wurde auch jeweils ein «Schnaps des Jahres» gewählt. Eine mit diesem ehrwürdigen Titel ausgezeichnete Probe erlangte ein Punktetotal von 18 und mehr und wurde mit Stimmenmehrheit aller Prüfer ausgelesen. Von den 270 eingesandten Destillaten konnten 179 prämiert werden. Der Titel eines «Schnaps des Jahres» wurde in 19 von 22 Produktekategorien vergeben.

Ausbau im Eichenfass
Zu den glücklichen Prämierten gehört Othmar Gschwend aus Oberriet. Seine eingesandten Proben wurden ausnahmslos mit Gold ausgezeichnet. Sein Weinbrand Barrique, der den Namen «Milord» trägt, wurde in der Produktekategorie «Brand Wein Holz» sogar zum «Schnaps des Jahres» gewählt. «Ich habe zwar gewusst, dass er gut abschneiden wird, aber damit gerechnet, dass er den Titel eines ”Schnaps des Jahres“ erhält, habe ich wirklich nicht», gesteht der engagierte Schnapsbrenner.
«Milord» wurde fünf Jahre im Eichenfass ausgebaut. Er hat einen Alkoholanteil von 42 Prozent und besitzt ein ausgewogenes Verhältnis von Frucht- und Holzaromen. Sein Geschmack lässt sich als traubig, kräftig, würzig, weich und anhaltend beschreiben.
«Die Lagerung im Holzfass macht es aus. ”Milord“ ähnelt im Geschmack dem eines Cognacs», erklärt Gschwend.

Diplomübergabe an Schnapsgala
Seine Diplome erhält der talentierte Edelbrandproduzent am Donnerstag, 6. November, an der Schnapsgala in Bern. Dort werden alle an der Schnapsprämierung 2008 ausgezeichneten Destillate, Geiste, Vieilles und Liköre zur freien Verkostung ausgestellt. «Der Anlass ermöglicht mir einen Vergleich mit anderen Schnapsbrennern und zeigt mir somit, wo ich stehe», so Othmar Gschwend.
Die Teilnahme an diesem Wettbewerb sei ausserdem eine gute Werbung für seine Brennerei. Seine Birnenbrände Williams und Harrow-Sweet, sein Pflümli, seine Traubentrester Blauburgunder Hubello (Grappa) und Riesling×Sylvaner Hubello, sein Kräuterbrand aus Obst sowie sein Kirsch und natürlich «Milord» dürfen nämlich nach der Prämierung mit einer Gold-Vignette des Schweizer Schnaps-Forums versehen werden. Gschwend schmunzelte: «Es kamen schon Kunden an, die einfach nur einen Schnaps mit Goldkrönchen verlangten!»


Zürcher Unterländer, Montag, 17. November 2008

Regensdorf : Zwei Destillate des Schnapsbrenners Hans Thoma mit Gold prämiert

Schnapp es! Das klare Wässerchen

Das Brennen von Schnaps ist eine Wissenschaft für sich. Fusel gibts genug, deshalb kreiert der Watter Schnapsbrenner Hans Thoma exquisite Geschmäcker. Der Gaumen merkt den Unterschied.

Sven Zaugg

Des Grappas reine Seele: Hans Thomas edler Brand erheiterte die Jury des Schweizer Schnaps Forums und gewann zweimal Gold. (sza)

Beim Nachschlagen des Wortes Schnaps kommt Erstaunliches zutage: Schnaps kommt von Schnappen: schnapp es! – weil man Schnäpse für gewöhnlich in einem Zug runterkippt. Man darf sich nun aber nicht vorstellen, dass der Grappa demzufolge irgendetwas mit Grapschen zu tun hat. Das italienische Wort grappa bedeutet zwar Klammer, aber es bedeutet auch Branntwein, und leitet sich vom Wort grappolo für Traube ab.

Von Reinheit und Weichheit
Nase: rauchig und viel Holz; Gaumen: süss und ein langer, etwas scharfer Abgang. In der Tat, so schmeckt der prämierte Grappa vom Watter Hans Thoma, dessen Wässerchen in der Herbstsonne golden scheint. Etwas herber und mit einer dominanten Anisnote gibt sich sein Chrüter, und dessen Abgang ist noch etwas schärfer. Dass ein Hobby-Schnapsbrenner wie Thoma vom Schweizerischen Schnaps Forum gleich zweimal mit Gold ausgezeichnet wird, ist nicht Usus. Umso mehr freut sich der 60-jährige Schnapser über die eingeheimsten Lorbeeren. Die Intensität der Frucht, die Reinheit und Weichheit – Attribute, die zwingend harmonisieren müssen, erklärt Thoma. Doch die Natur bestimme das Produkt; so differiere Zuckergehalt der Frucht, Reifegrad und Geschmacksrichtung von Jahr zu Jahr.
Besonderen Wert legt Thoma auf die rauchige Note, welche sich im Gaumen des Degustanten ausbreitet. Als Liebhaber des blauen Dunstes bevorzugt er diese Geschmacksrichtung und den scharfen Abgang. Das Rauchige etabliert sich durch die Lagerung in Eichenfässern der französischen Tonnellerie Seguin Moreau. Die Fässer sind getoastet, damit sich die Geschmacksaromen des Holzes entfalten können und sich so in das Aroma des Schnapses einmischen.
Nächstens will Thoma eine «verrückte» Geschmacksrichtung kreieren. Noch weiss er nicht wie, doch die Auszeichnungen lassen hoffen.

Schnaps Forum
Das 1997 gegründete Schweizer Schnaps Forum ist ein Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Qualität einheimischer Destillate zu fördern und deren Stellenwert zu erhöhen. Die Aktivitäten des Forums sollen das kulinarische Kulturgut Schnaps bewahren und neue Impulse geben. Die Mitglieder des Schweizer Schnaps Forums sind international. Sie stammen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen und vertreten unter anderem die Produzenten- und Konsumentenseite. Das Schnaps Forum steht allen Interessenten offen.


Ostschweiz: 17. Oktober 2008, 01:05, ONLINE

Vom Klosterbräu zum Schnaps des Jahres

Das Schweizer Schnapsforum hat die Brände des Jahres gekürt. 6 von 19 kommen aus der Ostschweiz.

Beda Hanimann

Jeder kennt die Schweizer Karte auf einen Blick. Genfer Ringelschwänzchen, Puschlaver Vorderfuss, Engadiner Schnauze, Schaffhauser Buckel. Wo Bern, Luzern, Zürich liegen: Wir könnten es fast blind einzeichnen. Neben dieser Normschweizerkarte aber gibt es zahlreiche andere, und die haben, je nach Blickwinkel, gänzlich andere Schwerpunkte. Auf der Schnapskarte zum Beispiel sind Stetten AG, Walenstadt, Abtwil AG, Maienfeld, Oberriet und Oberwil ZG die Hauptorte. Von dort kommen die besten Edelbrände des Landes. Auch dieses Jahr.

Sechs Ostschweizer top
Das Schweizer Schnapsforum, ein 1997 gegründeter Verein zur Förderung einheimischer Destillate, hat zum elftenmal seine Schnapsprämierung durchgeführt. 270 Destillate, Geiste, Vieilles und Liköre aus 64 Brennereien wurden in einem mehrstufigen Verfahren getestet und benotet. 22 Kategorien von Apfel bis Zwetschge wurden definiert, in 19 Kategorien wurde der Titel «Schnaps des Jahres» vergeben.
Mit sechs Titeln erweist sich die Ostschweiz als Brennerland. Die Churfirsten-Brennerei in Walenstadt stellte in den Kategorien Quitte und Fruchtbrand Holz (mit einem Gravensteiner) die Schnäpse des Jahres, Kunz-Keller aus Maienfeld mit einem Fenchelbrand und einem Absinth. Der Weinbrand Barrique von Othmar Gschwend in Oberriet gewann in der Kategorie Trauben Holz. Bei den Getreideschnäpsen holte sich die Gossauer Brennerei Brunschwiler mit ihrem Branntwein aus dem St. Galler Klosterbräu von «Schützengarten» den Titel Schnaps des Jahres.

Ein Nischenprodukt
Die 270 Schnäpse wurden bewertet nach Sauberkeit im Geruch, Frucht- bzw. Sortencharakter im Geruch, Geschmack und Harmonie. 179 Brände wurden prämiert, das sind 66 Prozent. Eine tolle Quote, das Angebot an Schweizer Edelbränden mit Top-Qualität ist erfreulich. Zu glauben, dass die Zweckbestimmung und die Anstrengungen des Schnapsforums mit solchen Resultaten hinfällig geworden wären, ist dennoch ein grober Trugschluss.
Denn Schweizer Edelbrände bleiben ein Nischenprodukt. Zwar stieg der Pro-Kopf-Konsum von Spirituosen im vergangenen Jahr leicht von 3,9 auf 4 Liter, die einheimische Produktion aber musste einen Rückgang von 3,5 Prozent hinnehmen. Allein der Kirsch brach um 45 Prozent ein. Ausländische Spirituosen dagegen legten zu; der Whisky-Konsum etwa übertraf die gesamte inländische Produktion. In den Ohren vieler Konsumenten klingt eben Craggonmore, Talisker oder Lagavulin immer noch verheissungsvoller als Stetten oder Abtwil.


pdf-Artikel im "Schweizer Bauer", 15. Nov. 2008

Wie Schoggi und Heu in die Flasche kommen


     
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