Schulterblick bei der Distillerie Studer in Escholzmatt

Marcus Ulber

25.05.2026

Ein exklusiver Anlass des Schweizer Schnaps Forum mit viel Praxisbezug.

Geschäftsleiter Jonathan Schönberger begrüsst zum Anlass.

Im Hintergrund steht der grosse, offene Gärtank, in dem jede Woche drei Tonnen Roggenschrot, Gersten- und Caramelmalz mit einer speziell gewählten Hefe vergären. Daneben blubbert es in zweien der fünf Brennapparate, und aus dem Ablauf ergiesst sich ein klares Wasser in Stahl-Eimer. In diesem Setting machen die interessierten sieben Schnapsfreundinnen und -freunde einen «Schulterblick» in der Distillerie Studer.

Die Schulter, über die sie blicken, gehört dem Brennmeister Reto Meier, der viel zu erzählen weiss über die Herstellung des Schweizer Rye-Whiskys in der Distillerie. Zahlreiche Fässer von gleichbleibend hoher Qualität pro Jahr zu produzieren, primär als Basis für Mixgetränke in gehobenen Bars, das ist das Ziel der Brennerei. Die Gruppe hört nicht nur zu, sie greift auch zu: Gläser und sechs Fläschchen mit am Ablauf genommenen Fraktionen – vom Vor- über den Mittel- zum Nachlauf – stehen auf einem Tisch bereit zum Degustieren. Wunderbar brotig schmeckt das Herzstück, aber: In welchen Proben ist der Vorlauf noch erkennbar? Wie viel Nachlauf erträgt – oder braucht – das Produkt? Die ersten Fachsimpeleien nehmen ihren Lauf.

Fachsimpeln über den Fraktionsmustern und Fassproben.

Aber nicht zu lange, denn das Fasslager will noch besichtigt werden: Im hölzernen Dachgeschoss des angrenzenden Scheunengebäudes liegen die neuen 225-Liter-Eichenfässer Bauch an Bauch und lassen in ihrem Innern den Rye-Whiskey reifen. Zwei Fassproben unterschiedlichen Alters werden gezogen und vervollständigen die Degustationsreihe im Brennraum. Dort wird weiter an den Gläsern genippt und hin- und her verglichen. Die beiden Fassproben weisen bereits eine mehr oder weniger deutliche Färbung auf, und anerkennend nickende Köpfe zeigen: Hier reifen gute Whiskys heran, die in Zukunft das Sortiment der Distillerie Studer vervollständigen.

Distillerie Studer in Escholzmatt: 100% Schweizer Rye-Whisky bald im Sortiment.

Bei Brot und einer kalten Platte wird der Fächer der Whiskys sodann weiter geöffnet: Nun werden fünf verschiedene Rye-Whiskys aus Europa und Übersee verglichen, und es zeigt sich: Die Unterschiede sind gross, und unterschiedlich sind auch die Präferenzen der Teilnehmenden. Wo sich aber alle einig sind: Der «Schulterblick» hat sich voll und ganz gelohnt und einen authentischen Einblick in den Prozess und das fachliche Handwerk hinter der Whisky-Herstellung vermittelt.

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